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Verlag WESTFÄLISCHES DAMPFBOOT |

Der preußische Landrat erscheint in der Historiographie des 20. Jahrhunderts als ideale Denkfigur der "väterlichen Herrschaft". Diesem Bild der Landräte geht Christiane Eifert in ihrer Studie nach. Sie untersucht zum einen den zeitgenössischen Diskurs über väterliche Herrschaft und zeichnet nach, wie Begriffe aus diesem Diskurs Eingang in die Geschichtswissenschaft fanden. Zum anderen analysiert sie Herkunft, Qualifikation und Amtseinsetzung der überwiegend adligen Amtsinhaber ebenso wie die Ausstattung ihres Amtes und ihre Geschäftsführung. Dabei kristallisiert sich als zentrale Qualifikation für das Landratsamt die "praktische Brauchbarkeit" und damit eine spezifische Form von Männlichkeit heraus, die sich insbesondere von zeitgleichen militärischen Männlichkeitsbildern unterschied; denn sie setzte auf die Herrschaftsform der Vermittlung und Konsensstiftung anstelle von Konfrontation.