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Verlag WESTFÄLISCHES DAMPFBOOT |

Nicht nur Marx, auch viele bürgerliche Ökonomen sahen im Kapitalismus ein Wirtschaftssystem, das sich aus gesellschaftlichen Zusammenhängen herauslöst und jenseits von Religion, regionaler Zugehörigkeit und familiärer Bindung allein seiner Sachlogik folgt. Und doch hat die Verflechtung von wirtschaftlichen Aktivitäten und persönlichen Beziehungen bis heute überlebt, insbesondere in den vielfältigen Formen "ethnischer Ökonomie", die nicht nur als "Chinatown" in amerikanischen Metropolen oder als neuer türkischer Mittelstand in deutschen Großstädten existiert. Dabei handelt es sich nicht nur um Relikte aus vorkapitalistischen Zeiten, sondern um Strukturen, die sich im Zusammenhang mit der weltweiten Zunahme von Migration, Ausgrenzung und Rassismus vielfach neu etablieren und zum Austragungsort neuer Konflikte werden.