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Verlag WESTFÄLISCHES DAMPFBOOT |

"Wem gehört das Wissen?" - Diese Frage wird am Beginn des 21. Jahrhunderts neu gestellt. Die Digitalisierung des Wissens und die massenhafte Verbreitung und Vernetzung von Computern ermöglichen eine umfassende Versorgung mit Wissen aller Art, weltweit und (theoretisch) ohne nennenswerte Kosten. Ausgeschlossen von dieser "Wissensökonomie" bleiben jedoch diejenigen ohne Zugang zur entsprechenden Technik. Damit das Wissen kapitalistisch rentabel bleibt, muss es allerdings auch vor denen, die einen solchen Zugang haben, "geschützt" werden: Intellectual Property Rights sollen die Verwertung garantieren, sie lassen sich in der digitalen Welt aber nur unter großen Schwierigkeiten durchsetzen. Die Abgrenzung von privatem Eigentum und öffentlich zugänglichen Ressourcen muss hier immer wieder neu definiert werden - denn jede technische oder juristische Schranke wird im weltweiten -Netz irgendwann doch überwunden. Zugleich verändern sich aber auch die Verwertungsstrategien: Freie Software, mit der einst die Hoffnung verbunden war, die Kommerzialisierung zu unterlaufen, wird in einigen Bereichen geradezu zum Schrittmacher kapitalistischer Modernisierung. Die Frage, wem das Wissen gehört, ist noch lange nicht entschieden.