Verlag WESTFÄLISCHES DAMPFBOOT

Balko, Gerd;

Land in dunklen Zeiten



Erinnerungen eines Arbeiters

2004 - 392 S. - € 29,80
ISBN: 978-3-89691-600-6



Februar 1945 - die Rote Armee erobert Ostpreußen. Wer nicht fliehen kann oder will, ist vogelfrei. Hunger und Willkür reißen alle Schranken zivilisierten Zusammenlebens ein. In den entvölkerten Dörfern herrscht Totenstille. Das Vieh ist verschwunden, selbst die Vögel haben das verwüstete Land verlassen. Im Hunger- und Kältewinter 46/47 sind die verstoßenen Kleinkinder die ersten Opfer. In diesem Chaos versucht ein dreizehnjähriger Junge mit seiner Mutter zu überleben.
Die katastrophischen Erlebnisse in Ostpreußen nach der Eroberung durch die Rote Armee haben Gerd Balko geprägt und seinen Blick für die weiteren Umbrüche des Jahrhunderts geschärft. Vom Kampf ums Überleben handelt dieses Buch, aber auch von Solidarität und gewerkschaftlichem Kampf als Landarbeiter, Untertage in einer westdeutschen Zeche, schließlich als Werkseisenbahner auf der Klöckner-Hütte in Bremen. Als Gewerkschafter und langjähriger Betriebsrat bewahrt er sich eine Unabhängigkeit, die auch seine kritische Sicht auf den gegenwärtigen Abbau des Sozialstaates und den Weg der Gewerkschaften bestimmt und sein Buch zu einem wichtigen Zeitdokument macht.



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