Verlag WESTFÄLISCHES DAMPFBOOT

Klutsch, Christoph;

American Empire - Die Bürde des reichen Mannes?



Zur transnationalen Interessenidentität "neoliberal-imperialistischer" Herrschaftsmuster

2006 - 223 S. - € 24,90
ISBN: 978-3-89691-633-4



Die neuen und neueren Entwicklungen einer durch den grenzenlosen Krieg gegen den Terror gezeichneten post-nineeleven Welt haben vielerorts zu einer erneuten Sensibilisierung im Bezug auf die Frage des Imperialismus im 21. Jahrhundert geführt. Das dabei von weiten Teilen der kritischen Öffentlichkeit vor allem auf die Vereinigten Staaten projizierte Bild einer neu-imperialistischen Interessenidentität entwickelt sich nicht selten parallel zu affirmativen Einschätzungen in denen die Konsens basierte und langjährige Durchsetzung marktliberaler Steuerungselemente nunmehr durch eine nicht zuletzt militärische Durchsetzung U.S.-amerikanischer Regierungsinteressen abgelöst wurde. Gegenüber diesem teils widersprüchlichen Sachverständnis zwischen neoliberaler Globalisierung und imperial-militärischem Globalismus gilt es die gramscianisch informierte These einer dialektischen Verbindung zwischen beiden Bezugsebenen in Stellung zu bringen, durch die der 11. September 2001 nicht als struktureller Umschlagspunkt von einer neoliberalen zu einer imperialistischen Weltordnung gedeutet wird, sondern als "transformativer Moment" den Prozess der offenen Gewaltanwendung im Neoliberalismus verstärkt. Auf diese Weise tritt an Stelle der oftmals staatszentrierten, dominanzgeprägten und monokausalen Deutungsweisen aktueller Herrschaftsverhältnisse das hegemonial vermittelte Modell eines transnational organisierten "historischen Machtblocks", dessen Wesen entscheidend durch das zunächst widersprüchlich erscheinende Korrelat imperialer und neoliberaler Praxen geprägt ist.



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