Verlag WESTFÄLISCHES DAMPFBOOT

PERIPHERIE;

117: Fußball peripher




2010 - 152 S. - € 10,50
ISBN: 978-3-89691-824-6



Die Fußballweltmeisterschaft soll 2010 zum ersten Mal auf dem afrikanischen Kontinent, in Südafrika ausgetragen werden. Der Westen schaut skeptisch hin, hat Sicherheitsbedenken wegen der hohen Kriminalitätsraten, stellt die organisatorischen Fähigkeiten der Gastgeber in Frage, zweifelt an der rechtzeitigen Fertigstellung der Wettkampfarenen oder fragt auch (etwas kritischer) nach den Belastungen, die der südafrikanischen Bevölkerung der WM wegen zugemutet werden. In Südafrika dürften die Gefühle gespalten sein: Der Freude und dem Stolz, Gastgeber eines der wichtigsten globalen Großereignisse zu sein, steht die Frage nach den gesellschaftlichen Prioritäten gegenüber. Auch 14 Jahre nach dem offiziellen Ende der Apartheid sind die sozialen Probleme, die mit diesem System verknüpft waren, nicht geringer geworden. Hinzu kommt die schwere Krise des politischen Systems. aber auch die Folgen dieser Entwicklungen für die wackelige Lösung in Zimbabwe beschäftigen die Öffentlichkeit. Im übrigen Afrika dürfte die Ambivalenz ähnlich groß sein. Schließlich ist Südafrika alles andere als ein unhinterfragter Repräsentant des Kontinents. Die Vergabe der Spiele an Südafrika lässt sich daher keineswegs ungebrochen als Symbol erfolgreichen Aufbegehrens gegen die politische, soziale und ökonomische Marginalisierung des Kontinents feiern.

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