Austerität als politisches Projekt

Von der monetären Integration Europas zur Eurokrise

2. korr. Auflage

Ingo Stützle ISBN: 978-3-89691-938-0 399 Seiten Preis: 36,90 € Erschienen: 2014
„Sollte es der Wunsch Frankreichs gewesen sein, den Euro zu gründen, um die vermeintliche deutsche Dominanz zu brechen, dann ist genau das Gegenteil eingetreten.“ (Gerhard Schröder, deutscher Bundeskanzler 1998 bis 2005)

Die Eurokrise führt einmal mehr die Dominanz Deutschlands innerhalb der Europäischen Union vor Augen. Zudem zeigte sich in der Krise, dass das Leitbild des „ausgeglichenen Staatshaushalts“ nach wie vor stark die politische Agenda prägt und als Disziplinierungsinstrument wirkt, nachdem es zwischenzeitlich als überholt erschien.

Ingo Stützle reflektiert die jüngeren Wendungen in der europäischen Politik, legt seine Arbeit jedoch langfristiger und grundlegender an. Er ergründet, wie seit Mitte der 1970er Jahre der finanzpolitische Grundsatz „ausgeglichener Staatshaushalt“ als Leitbild europäisiert wurde und welche ökonomischen, gesellschaftlichen Bedingungen sowie Interessens- und Akteurskonstellationen dazu führten.

„Austerität als politisches Projekt ist als fein gezeichnetes Nachschlagewerk ein Muss im Bücherregal jener, die an einer ökonomisch und politisch fundierten Analyse der Staatsschulden, des Leitbildes der »ausgeglichenen Staatsfinanzen« und damit auch aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen aus marxistischer Perspektive interessiert sind.“

Hanna Lichtenberger ak — analyse & kritik, Nr. 588



„Alles in allem bietet der Band eine plausible, sehr systematische Rekonstruktion der europäischen Integration in Bezug auf die Frage der Staatshaushalte an, die auf Grund ihres marxistischen Zuganges zur Thematik provoziert und zur Diskussion aufruft. … Gekonnt verknüpft Stützle analytisch die supranationale, intergouvernementale und staatliche wie gesellschaftliche Ebene und zeichnet ein detailliertes, orientierungsgebendes Bild der Geschehnisse.“

Sebastian Klauke Politische Vierteljahresschrift, 4/2013

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Ingo Stützle

Ingo Stützle, geb. 1976, Studium der Politikwissenschaften. Redakteur bei ak - analyse & kritik (www.akweb.de) und in der politischen Bildung tätig. Er gab u.a. "Das Kapital neu lesen" und "Poulantzas lesen" heraus, das inzwischen auch auf Englisch vorliegt. Arbeitsschwerpunkte sind Kritik der politischen Ökonomie, materialistische Staatstheorie und Ökonomiekritik mit Fokus auf (Euro)Krise und Staatsverschuldung. Mehr unter www.stuetzle.cc.