Das Kapital lesen


Vollständige und ergänzte Ausgabe mit Retraktationen zum Kapital

herausgegeben von Frieder Otto Wolf unter Mitwirkung von Alexis Petrioli
übersetzt von Frieder Otto Wolf und Eva Pfaffenberger
2., durchgesehene und korrigierte Auflage
Broschur

Louis Althusser, Étienne Balibar, Roger Establet, Pierre Macherey, Jacques Rancière ISBN: 978-3-89691-952-6 764 Seiten Preis: 45,00 € Erschienen: 2018


Endlich!

Althussers epochales Werk erstmals ins Deutsche übersetzt



Vor 50 Jahren erschienen blieb dem Opus magnum Althussers und seiner Schüler in Deutschland bis heute – selbst in der Hochphase der Marx-Diskussion in den siebziger Jahren – die verdiente Rezeption weitgehend verwehrt. Die nun vorliegende Übersetzung kommt genau zum richtigen Zeitpunkt: Sie kann der zu neuem Leben erwachten kritischen Auseinandersetzung mit Marx‘ Werk wichtigen Anschub geben, indem sie hilft, das hermeneutische, historistische und irrationalistische Erbe zu kritisieren, welches immer (noch nicht nur) auf der akademischen Philosophie lastet. Nur auf diese Weise wird es möglich werden, das kritische Potenzial der Kapital-Lektüre in der gegenwärtigen wissenschaftlichen und insbesondere in der politischen Debatte voll zu entfalten und dabei zugleich die deutsche Diskussion für die global geführten Debatten ebenso zu öffnen wie fruchtbar zu machen.

Zusammen mit der Sammlung von Louis Althussers philosophischen Interventionen unter dem Titel Für Marx markierte dieses Buch einen radikalen Neubeginn der Debatte über den Marxismus und ihre Streitpunkte: Worin liegt eigentlich der wissenschaftliche Durchbruch, den Marx in seiner „Kritik der politischen Ökonomie“ auf dem Felde der Wissenschaften von Geschichte und Gesellschaft vollzogen hat? Und: In welchem Sinne liefert dieser wissenschaftliche Durchbruch unverzichtbare Grundlagen für eine Politik der Überwindung der Herrschaft der kapitalistischen Produktionsweisen in unseren gegenwärtigen Gesellschaften? Sowie schließlich: Welchen Beitrag kann ein kritisches Philosophieren dazu leisten, dass sich wirklich wissenschaftliche Forschung und revolutionäre Politik als solche entwickeln und gegen alle Störungen durch herrschende Ideologien behaupten können? – Um eben diese Fragen zu bearbeiten und neu zu beantworten, ist heute immer noch das Kapital zu lesen – und dieses Buch hilft heute erst recht dabei, die Kapital-Lektüre auf diese Fragen zu beziehen.

"... eine enorme Leistung sowohl des Herausgebers und Übersetzers Frieder O. Wolf als auch des Verlags, und man muss beiden dankbar sein, dass sie sich dieser Aufgabe angenommen haben. Was die Ausgabe sehr bereichert, ist die Berücksichtigung der Textveränderungen in den zwei französischen Ausgaben von 1965 und 1968 bzw. 1973. Zudem zieht Wolf vergleichend auch die deutschen und die französischen Versionen der Texte von Marx heran, was hilft, den Althusser‘schen Bezug auf sie genauer zu verstehen."

Alex Demirovic PROKLA 180

Inhaltsverzeichnis

Leseprobe

Rezension in: WERKSTATT GESCHICHTE 77
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Louis Althusser

Louis Althusser (1918 – 1990) Vertreter einer radikalen Neubestimmung der marxistischen Philosophie, mit großer Wirkung in Frankreich und Westeuropa, im ibero-amerikanischen und im angelsächsischen Raum. Bekannt geworden im Jahr 1965, mit einer doppelten Publikation: Für Marx, einem Sammelband mit seinen Aufsätzen aus der ersten Hälfte der 1960er Jahre (auf Deutsch erst nach „1968“ publiziert) und Das Kapital lesen (mit Étienne Balibar, Roger Establet, Pierre Macherey und Jacques Rancière).

Étienne Balibar

Étienne Balibar, geb. 1942, studierte seit 1960 an der ENS. Bis 2002 Professor für politische Philosophie und Moralphilosophie an der Universität von Paris-Nanterre, seit den 1990er Jahren auch an mehreren Universitäten der USA. Publizierte eine Reihe von Werken zu den Grundlagen der Marx'schen Theorie und zur politischen Philosophie, darunter Fünf Studien zum historischen Materialismus (frz., Paris 1974), Rasse, Klasse, Nation (mit Immanuel Wallerstein, Berlin 1990), sowie Die Grenzen der Demokratie (Hamburg 1993) und Sind wir Bürger Europas? (frz. 2001, dt. Hamburg 2003). In den letzten Jahren mit umfassenderen Publikationen zu den Grundlagen der politischen Philosophie hervorgetreten.

Roger Establet

Roger Establet, geb. 1938, studierte seit 1959 an der ENS. Emeritierter Professor für Soziologie an der Universität der Provence; seit 1970 Publikation mehrerer Werke über das französische Bildungssystem, darunter mit Christian Baudelot L'école capitaliste en France Paris 1971.

Pierre Macherey

Pierre Macherey, geb. 1938, Prof. Dr., studierte an der ENS von 1958-1963. Seit 2003 emeritierter Professor der Universität Lille. Publizierte eine Reihe von Werken zur Theorie der Literatur und zu Spinoza, darunter Hegel ou Spinoza, Paris 1977; Avec Spinoza (Etudes sur la doctrine et l’histoire du spinozisme), Paris 1992; Introduction à l’Ethique de Spinoza (5 Bände), Paris 1994–1998.

Jacques Rancière

Jacques Rancière, geb. 1940, Prof. Dr., emeritierter Professor der Universität Paris-Saint Denis. 1969 Abgrenzung von Althusser. Initiator der Gruppe “Révoltes Logiques”, Aufarbeitung emanzipatorischer Denker der Arbeiterbewegung des 19. Jh.; Arbeiten zum historischen Diskurs. Zusammenarbeit mit den Cahiers du cinéma und Publikationen zur Philosophie des Films. Seit den 1990er Jahren Ausarbeitung einer philosophischen Position mit eigenem Anspruch, gebündelt in La Mésentente, Paris 1995 (dt. Das Unvernehmen, Frankfurt a.M. 2002).