![]() |
Verlag WESTFÄLISCHES DAMPFBOOT |

Alvarado Leyton, Cristian (Hrsg.);
Am 11. September 1973 putschte das Militär in Chile. Die gesellschaftlichen und ethischen Folgen dieses Aufstandes reflektieren die Beiträge dieses Bandes. Aus den Blickwinkeln unterschiedlicher Disziplinen zeigt er auf, dass die Militärdiktatur – obwohl seit 1990 beendet – keine vergangene Epoche in einem peripheren Land ist. Die nach 1973 gewaltsam eingeleiteten, von neoliberaler Gesellschaftsdeutung flankierten Restrukturierungsprozesse in Arbeitswelt, Politik, Recht formen die heutige chilenische Gesellschaft und etablieren wichtige Parallelen zu anderen Ländern auch des Westens – Parallelen, die ihren sinnfälligsten Ausdruck in dem Zeichen „11. September“ finden.
Der zivilgesellschaftliche Komplex von Schuld und Sühne stellt die zentrale Problematik in postdiktatorischen Demokratien dar. Das bezeugen auch die Kämpfe um Vergangenheitsaufarbeitung und alternative Sozialethiken in Chile. Substantiell verdeutlicht der Sammelband die Relevanz der mit dem Militärputsch verknüpften sozialen Nachwirkungen, ethischen Verschiebungen und biographischen Erfahrungen – in Chile und im Exil – für ein Denken über Gesellschaft und Ethik.
Inhaltsverzeichnis