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VorSchein 42 - Jahrbuch 2025 der Ernst-Bloch-Assoziation

Theologie der Revolution - Philosophie der Renaissance

1921 erschien im Kurt-Wolff-Verlag München Ernst Blochs „Thomas Münzer als Theologe der Revolution“. Bloch nannte dieses Werk eine „Coda“ zu seinem Geist der Utopie. Bereits im Geist der Utopie – geschrieben im Ersten Weltkrieg 1915–1917 – verknüpft er, und das wird bleiben, die beiden Sphären Marxismus und Religion: „Karl Marx, der Tod und die Apokalypse“, so der Titel des Schlusskapitels. In dem Theologen Thomas Münzer findet Bloch einen Menschen, der, weit vor Marx, Ziele verfolgt, die den Menschen ein gutes irdisches Leben ermöglichen sollen, weswegen sich an den Herrschaftsstrukturen, die kirchlich geprägt sind, etwas ändern muss. Gleichzeitig mit der reformatorischen Bewegung entsteht eine wissenschaftlich-künstlerisch-ökonomische Bewegung, die Renaissance, die Bloch eine „Zeitwende“ nennt. Die Renaissance ist nicht nur eine Wiedergeburt der Antike, ihre Vertreter und Vertreterinnen legen ein Fundament, auf dem Neues aufgebaut wird.
Die Beiträge des Jahrbuchs gehen auf diese beiden, noch heute viel beachteten Bewegungen der Reformation und der Renaissance ein, setzen Akzente und zeigen Parallelen auf.

Über die Herausgeber:innen

Doris Zeilinger, Dr. phil. (Wechselseitiges Ergreifen. Ästhetische und ethische Aspekte der Naturphilosophie Ernst Blochs), ist Sprecherin der Ernst-Bloch-Assoziation und Herausgeberin des Jahrbuchs VorSchein sowie Mitherausgeberin des Bloch-Wörterbuchs, darin Autorin der Artikel „Latenz“, „Natur“ und „Tendenz“. Neben der Planung und Organisation der Jahrestagungen versucht sie in Lese- und Arbeitskreisen, die Blochsche Philosophie weiterzugeben, auch mit dem Ziel der Förderung philosophischen Nachwuchses. Eigene Arbeiten zu Bloch und anderen emanzipatorischen Ansätzen entstehen regelmäßig.