Die Gesellschaftstheorie und ihr Anderes

Wider den Eurozentrismus der Sozialwissenschaften

Gerhard Hauck ISBN: 978-3-89691-551-1 209 Seiten Preis: 20,50 € Erschienen: 2003
So wie das Individuum sich nur über die Herausarbeitung seiner spezifischen Differenz zu den Anderen erkennen kann, kann ein Sozialwissenschaftler die Spezifika der eigenen Gesellschaft nur erkennen, wenn er sie im Spiegel der fremden betrachtet. Theoretisch wird dies zwar kaum bestritten, in der Praxis aber kommen andere als die europäisch-nordamerikanische Gesellschaft allenfalls als "Staffage" vor. Das spiegelbildliche Missverstehen des Eigenen wie des Fremden ist zwangsläufiges Resultat, wie Hauck in Detailanalysen zu einem guten Dutzend der wichtigsten sozialwissenschaftlichen Forschungsrichtungen nachzuweisen sucht. Er spannt den Bogen dabei von den Gründungsvätern und dem Positivismus in der Soziologie über rassistische Denkfiguren in der Ethnologie über die aristokratische Gesellschaftstheorie und die Modernisierungstheoretiker bis zur "universellen Vernunft", "Rational Choice" und Luhmann.



Belesenheit, Souveränität im Stoffumgang, unaufgeregte Sprache und verständlicher Stil machen das Buch des Soziologen und Ethnologen zu einer Fundgrube der Kritik am Westen."

Hans-Peter Müller Das Parlament



"Haucks auf die Eurozentrismus-Problematik zugespitzte Geschichte der Sozialwissenschaften rüttelt an vielen Selbstverständlichkeiten und verdient eine intensive Debatte."

Andreas Eckert COMPARATIV
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Gerhard Hauck

Gerhard Hauck, geb. 1939, Dr. phil. habil., apl. Professor für Soziologie im Ruhestand. Ständiger Mitarbeiter der Zeitschrift Peripherie. Arbeitsschwerpunkte: Allgemeine soziologische Theorie, Ethnosoziologie, Entwicklungssoziologie (Afrika, Indien). Er veröffentlichte unter anderem Globale Vergesellschaftung und koloniale Differenz, Münster 2012, Kultur. Zur Karriere eines sozialwissenschaftlichen Begriffs Münster 2006, Die Gesellschaftstheorie und ihr Anderes. Wider den Eurozentrismus der Sozialwissenschaften, Münster 2003.