Globale Vergesellschaftung und koloniale Differenz

Gerhard Hauck ISBN: 978-3-89691-900-7 225 Seiten Preis: 24,90 € Erschienen: 2012
Den „konzeptionellen Nationalismus“ der Gesellschaftstheorie zu überwinden, den Essenzialismus, für den Staaten, Nationen, Kulturen, Gesellschaften jeweils wesensmäßig von einander geschiedene Größen darstellen, die ihre Dynamik alleine aus sich selbst beziehen, ist Gerhard Haucks zentrales Anliegen in diesem Band. Er zeigt in seinen Essays: Alle Gesellschaften sind hybride, in sich widersprüchliche Gebilde mit durchlässigen Grenzen, sind Außeneinflüssen und historischem Wandel unterworfen – und dies nicht erst seit heute. Die historische Entwicklung bestimmter Einzelgesellschaften zu verstehen, ist niemals möglich ohne Berücksichtigung ihrer Stellung im „Weltsystem“ bzw. der „Weltgesellschaft“. Für das gegenwärtige, das kapitalistische Weltsystem entscheidend ist die koloniale Differenz, durch die seit Beginn der Kolonialexpansion ein Machtungleichgewicht zwischen Metropolen und Peripherien festgeschrieben ist – was keineswegs totale Fremdbestimmung der einen durch die anderen bedeutet, wohl aber Asymmetrie in einem Verhältnis wechselseitiger Durchdringung. Metropole und Peripherie konstituieren sich wechselseitig in ihren Interaktionen, sowohl was ihre Identitäten als auch was ihre ökonomischen Positionen angeht.

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Gerhard Hauck

Gerhard Hauck, geb. 1939, Dr. phil. habil., apl. Professor für Soziologie im Ruhestand. Ständiger Mitarbeiter der Zeitschrift Peripherie. Arbeitsschwerpunkte: Allgemeine soziologische Theorie, Ethnosoziologie, Entwicklungssoziologie (Afrika, Indien). Er veröffentlichte unter anderem Globale Vergesellschaftung und koloniale Differenz, Münster 2012, Kultur. Zur Karriere eines sozialwissenschaftlichen Begriffs Münster 2006, Die Gesellschaftstheorie und ihr Anderes. Wider den Eurozentrismus der Sozialwissenschaften, Münster 2003.